Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2008 geben sich die Deutschen Anleger ausgesprochen risikoscheu. Trotz negativer Realzinsen (Zinsen abzüglich Steuern und Inflation) verzichten die meisten Menschen darauf, Anlagealternativen zu herkömmlichen Zinsprodukten auch nur in Erwägung zu ziehen. Das ist auf den ersten Blick verständlich, bei genauerer Betrachtung aber ziemlich dumm.
Zum einen, weil die Finanzkrise bereits sehr lange vor dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers offensichtlich war, was zeigt, dass Krisen nur eine Frage der öffentlichen Wahrnehmung sind und als Orientierungshilfe wenig taugen. Zum andern, weil gerade die Ereignisse rund um die Subprime-Krise gezeigt haben, dass auch jene Anleger von den immer stärker werdenden Erschütterungen der Finanzmärkte betroffen sind, welche eigentlich gar nicht die Absicht haben risikoreich anzulegen oder zu spekulieren. Mehr noch: Inzwischen sind sogar jene Menschen hochgradig betroffen, welche nicht einmal Geld anlegen!
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Von wegen!
Die Geldwirtschaft, wie wir sie in den letzten 100 Jahren gepflegt haben, ist aus dem Ruder gelaufen. Den Grund für diese Entwicklung haben die Verantwortlichen von einem der größten Vermögensverwaltern dieser Welt, der Allianz Global Investors, bereits im Oktober 2008 gegenüber der Wirtschaftswoche deutlich benannt:
„Derart niedrige Zinsen erzeugen Renditedruck bei den Investoren. Dann werden Anleger für ihr Risiko nicht mehr angemessen entschädigt. Die Notenbanken haben in Kauf genommen, dass es Spekulationsblasen gibt.“
Nun, die Politik hat inzwischen reagiert und dafür gesorgt, dass die Zinsen sogar noch weiter gesunken sind. Im Ergebnis haben sich dadurch weitere Spekulationsblasen gebildet, ohne dass zuvor die alten verschwunden wären. Fatalerweise hat man gleichzeitig auch das Signal ausgesendet, dass die maßgebenden Teilnehmer in diesem Spiel nur gewinnen können.
Umverteilung im vollen Gange
Ich brauche nun nicht gleich ein Weltuntergangszenario zu zeichnen oder das Inflationsgespenst an die Wand zu malen, um verständlich zu machen, weshalb es dumm ist, alleine auf Sicherheit zu bauen. Es reicht dazu ein simples Gedankenspiel:
Wenn die Geldmenge deutlich stärker wächst, wie das vorhandene Volksvermögen, so bedeutet dies irgendwann einmal Inflation. Zuvor nutzen aber jene Menschen, denen das neu geschaffene Geld zufließt (ich getraue mich in diesem Zusammenhang nicht von „besitzen“ zu sprechen, weil es dem ganzen eine moralische Grundlage gäbe), sich mit dem an sich wertlosen Neugeld reale Anteile am Volksvermögen zu sichern. Wir erleben deshalb zurzeit eine gigantische, von opportunistisch veranlagten Politikern zu verantwortende, Vermögensumschichtung von unten nach oben.
Wer sich diesem Spiel vollständig entzieht, indem er oder sie sich mit „sicheren“ Anlagen mit negativem Realzins zufriedengibt, wird zunehmend in den Sog der schleichenden Verarmung geraten. Es ist kein Zufall, dass die Opfer von Inflation und Währungsreform in aller Regel Rentner, Kleinsparer und Arbeitnehmer sind. Menschen, welche traditionell das Risiko scheuen.
Die Qual der Wahl
Gut beratene Anleger sollten sich jetzt für das richtige Risiko entscheiden. Zur Wahl stehen dabei zum einen die Variante passive Risikovermeidung (Sparkonto, Bundeschatzbriefe, Bundesanleihen, klassische Lebensversicherungen etc.), bei welchem ganz sicher Geld verloren geht oder Anlagen mit einem kalkulierbaren spezifischen Risiko, welche zwar ein minimales Ausfallrisiko kennen, dieses jedoch mit einem positiven Realzins entschädigen. Solche Anlagen gibt es und dabei muss man weder auf riskante Wetten, noch auf unsägliche Zertifikate bauen.
Wenn Sie erfahren wollen, welche Möglichkeiten Ihnen persönlich offen stehen, müssen Sie nur fragen. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)